Höflichkeit

Engländer sind anders, besonders in London und besonders, wenn man aus Berlin kommt. Die Taxifahrer versuchen, mich zu überfahren, aber die mir völlig fremden Kassiererinnen im Supermarkt nennen mich „Sweetheart“ und „Luv“.

Gestern ging ich etwas unachtsam in Richtung Tottenham Court Road. Ich kannte die Baustelle an der Kreuzung, aber glaubte, einen schmalen Weg außen herum nehmen zu können. Ich ging also weiter, bis ich mit süßen Worten aus meiner Träumerei gerissen wurde: „Sorry my Darling, you can’t walk here“! Ein bulliger Bauarbeiter hatte sich mir plötzlich in den Weg gestellt.

Für eine Sekunde sah ich den Mann verständnislos an. Er hatte sich so unangemessen verhalten und ich brauchte Zeit, eh ich die Situation begriff. Er hätte mich doch rüde anschnauzen müssen „EY!  Was solln dette hier werdn? Mensch Mädel, hast Du kene Ogen im Kopf!?“

Nach der Schrecksekunde bin ich den englischen Anweisungen bereitwillig und geradezu glücklich gefolgt. Ich konnte ein breites Lächeln nicht unterdrücken. Die Engländer haben mich einmal wieder begeistert, sie wissen wirklich, wie es geht.

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Eine Antwort zu Höflichkeit

  1. patcower schreibt:

    Sorry me luv – wie gern würde ich sowas nettes auch mal in Berlin hören. Hier hat man ja schon Glück, wenn man einfach nur ignoriert wird.

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